Scan 12

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Rainer Schöttl, D.D.S.(USA)

Zweck: Überprüfung der Koordination der Elevatoren beim Aufbau ihrer isometrischen Spannung, Optimierung der Okklusalkontakte im Biss

Im Scan 12 wird der Ablauf beim Aufbau der isometrischen Spannung der paarigen Mm. masseter und temporalis bei einer gestreckten Zeitbasis untersucht. Im Idealfall mündet eine zunächst mit niedriger isotonischer Muskelaktivität ausgeführte Elevation des Unterkiefers unmittelbar in einem simultanen und stabilen Anschlag auf allen Zähnen. Dies würde auch in einem synchronen Aufbau der isotonischen Spannung der beteiligten Elevatoren erkennbar sein. Je mehr Vor- und Abgleitkontakte in der Okklusion einen stabilen Anschlag am Ende der Elevation kompromittieren, desto unsauberer und asynchroner wird das Elektromyogramm der beteiligten Muskulatur.

Ein typischer Scan 12 für eine schlecht adjustierte Okklusion. Erfahrungswerte lassen einen Vorkontakt auf dem rechten hinteren Molaren vermuten.

Beim Scan 12 geht es also nur um den Aufbau der Muskelspannung, am besten, nachdem die Muskulatur mit TENS zuvor deprogrammiert wurde. Diese Messung zwingt zu sehr penibler Arbeit und verdeutlicht, wie schwierig es in Wirklichkeit ist, einen Biss neuromuskulär zu adjustieren!

Dokumentation der Einschleifsitzung eines Bissbehelfs durch wiederholte Scans 12. Mit verbesserter Adjustierung der Okklusalkontakte ist bei den drei Kontrollmessungen ein zusehends glatterer Aufbau der isotonischen Muskelspannung beim Okklusalkontakt zu erkennen. Das etwas verzögerte Ansprechen des rechten M. temporalis konnte in dieser Sitzung nicht ganz behoben werden.

Diese Messungen brachten den Autor schon vor Jahrzehnten zur Aufgabe der üblichen Tripodkonzepte bei der Okklusalgestaltung und zur intensiven Beschäftigung mit dem Okklusionskonzept nach Jankelson. Letzten Endes entstand daraus sein Konzept der Senso-Motorisches Okklusion.


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