Scan 13

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Rainer Schöttl, D.D.S.(USA)

Zweck: Ermittlung von Einschränkungen oder Abweichungen in der UK-Bewegung

  • Bewegungsmaxima in 3 Dimensionen
  • Kontrolle des jeweiligen Bewegungsverlaufs
  • Überprüfung der Bewegungssymmetrie

Bevor man sich in Details einer solchen Aufzeichnung verliert, sollte man sich zuerst einmal orientieren: Es handelt sich um die Darstellung einer Öffnungsbewegung, einer Protrusion, sowie je zwei Lateralbewegungen nach links und rechts, je einmal mit und  einmal ohne Zahnkontakt ausgeführt. Diese Bewegungen sind aus drei Blickwinkeln dargestellt, links in der Sagittalebene, in der Mitte von frontal und rechts von oben gesehen. Die Schließbewegungen sind jeweils in rot dargestellt, die Exkursionsbewegungen in der Sagittalen in blau und den anderen beiden Ansichten in grün. Der Maßstab der Bewegungen ist unten links eingetragen und hilfsweise auf der Aufzeichnung selbst nochmals mit den entsprechenden Farben dargestellt.

Während der Aufzeichnung ist zu beachten, dass:

  1. wirklich die ohne Manipulation maximal erreichbaren Bewegungen aufgezeichnet werden;
  2. Zahnkontakte die Bewegung auslenken können und diese daher jeweils auch ohne Zahnkontakt überprüft werden sollten;
  3. der Patient auf Missempfindungen und Geräusche achtet, während er die Bewegungen ausführt.

Natürlich muss das Gerät auch den Herstelleranweisungen entsprechend justiert werden.

Die Patientin empfand Schmerzen im linken Kiefergelenk bei der weiten Bewegung nach rechts, was mit der Kommentarfunktion direkt in die Aufzeichnung eingetragen wurde. Bei der weiten Öffnung, die mit 49,3 mm nicht eingeschränkt schien, traten diese Schmerzen nicht auf, jedoch verlief die Öffnung erst nach einer initialen Abweichung von 3 mm nach rechts vertikal.

Die Protrusion schien hingegen mit maximal 7,8 mm limitiert und wich zusätzlich nach rechts aus, wie in der horizontalen Darstellung rechts unschwer zu erkennen ist. Die Lateralbewegungen fielen mit jeweils 9,3 mm symmetrisch aus, wenn auch etwas kleiner, als erwartet.

Gesucht ist nun ein vermutetes Szenario, zu dem diese Bewegungsverläufe passen. Wie ein Detektiv sollte man dabei jedoch keinesfalls voreilig zu Schlussfolgerungen springen, denn zu beachten sind auch folgende Faktoren:

  • Die Verzahung erfolgt möglicherweise nicht in der mittigen Stellung des Unterkiefers zum Kranium. Hier müssen Erkenntnisse aus der Funktionsuntersuchung einfließen.
  • Die Bewegung erfolgt im Patienten nicht wie in einem Artikulator, sondern Muskelzügen gehorchend. Eine schiefe Kopfhaltung, z. B. bei Blockade der oberen HWS, kann zur Folge haben, dass die hyoidale Muskelkette bei der Mundöffnung den Unterkiefer schräg bewegt, so dass sich dieser nicht mittig zum Kranium bewegt.
  • Besonders aussagekräftig ist der Vergleich nach Entspannung der beteiligten Muskulatur: Vergrößern sich die Exkursionsbewegungen? Verschwinden die Schmerzen im linken Kiefergelenk? Stellt sich der Unterkiefer anders zum Kranium ein, Z. B. weiter rechts? Richtet sich die Kopfhaltung auf?

Okklusion und Lippenschluss werden bei der Magnetfeldmessung nicht beeinträchtigt, so dass Verfälschungen der Bewegungen durch das Messgerät vernachlässigt werden können, was man nicht von allen Messgeräten behaupten kann. Es entstehen damit keine Einstellwerte für Artikulatoren, jedoch wird die Bewegung dort aufgezeichnet, wo sie am größten ist, so dass Limitationen, Abweichungen und Ausweichbewegungen deutlich in erscheinung treten.

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